Spektakuläre Rennen beim Saisonauftakt der Historischen am Red Bull Ring

Die erste Botschaft gilt jenen Freunden die es wegen der schlechten Wetterprognosen vorgezogen hatten lieber zu Hause zu bleiben. Es war ein megageiles und vor allem zu 95% trockenes Rennwochenende mit tollen und spannenden Rennen.

Der erste „race-performance“ Testtag am Freitag wurde von den Teilnehmern sehr positiv angenommen. Bei herrlichem Sonnenschein und leichter Bewölkung nutzten rund 60 Teilnehmer die Gelegenheit die Rennboliden zu testen. Während des Testtages wurde schrittweise das Fahrerlager in aller Ruhe bezogen. Der neue „Paddock Chief“ – Georg Gruber, vulgo McGyver, machte seine Aufgabe hervorragend. Pünktlich nach Trainingsende setzte der Regen ein und hielt die ganze Nacht an.

Die ersten Trainings am Samstag waren noch auf „nassem Geläuf“. Leider hatte es dabei gleich Robert Stefan, Kaimann Super Vau erwischt, er musste danach w.o. geben. Auch Sami Hamid kam mit dem Brabham F3 von der Strecke ab, der Renner konnte jedoch repariert werden. Das Training der STW´s war auch noch nass, danach trocknete es auf und es konnten wieder die Slicks montiert werden.

Nachmittag begannen die Qualifyings. Pünktlich zum Quali der STW´s gab es einen kleinen Schauer, die Piloten konnten bei sehr rutschiger Fahrbahn gerade noch mit den Slicks die schnellen Zeiten fahren. Die Pole holte sich der Schweizer Roger Bolliger, Pontiac Trans Am vor Hubert Färber, Ford Mustang und Markus Bereuter, Chevrolet Corvette. Schnellster nicht V8 Historic war Michael Steffny mit seinem BMW 320 Gruppe 5.

Besonders spannend das Qualifying der BMW 325 Challenge mit 40 Fahrzeugen. Zuerst fuhren fast alle Teams mit Regenreifen auf die Strecke, die jedoch sehr schnell abtrocknete. Eine hektische Reifenwechselorgie begann sich in der Boxengasse abzuspielen. Danach purzelten die Zeiten. Schnellster Gruppe A Pilot war Michael Hollerweger vor Franz Grassl und Georg Steffny. Die drei Piloten liegen ganz knapp beisammen. Spannend auch das Quali in der Gruppe N. Schnellster ist Patrick Stimmeder vor dem Ungarn György Makai und dem Deutschen Christian Walleit.

Die Pole bei der Formel Historic holte sich der Deutsche Franz Guggemos vor Walter Vorreiter, beide Ralt F3 und Sami Hamid, Brabham F3. Schnellster Formel Ford Pilot wurde Manfred Schneider, Van Diemen vor Harald Dorfbauer, PRS und dem Schweden Peter Sikström, Van Diemen.

Bei dem sehr schönen Feld der Histo Cup Anhang K Piloten holte sich Peter Eissner Eissenstein mit dem Porsche 911 RSR die Pole vor dem Schweizer Michael Erlich, De Tomaso Pantera und dem Evergreen Dieter Karl Anton, Ford Escort BDG. Eine feine Performance legte Constantin Kletzer auf den Asphalt, er wurde mit dem neuen Chevrolet Camaro Trainingsvierter. Zweiter der 2-Liter Piloten wurde Stefan Fuhrmann und Kurt Ploier, beide BMW 320. Schnellster 1600er wurde Jürgen Ludwig, Alfa Romeo GTV.

Das größte Starterfeld stellen die Young Timer. Die Pole holte sich erwartungsgemäß Herwig Duller, BWM M3 E36 GTR vor Markus Weege, BMW E46 und dem Oberösterreicher Roland Luger, Opel Omega. Schnellster Porsche Pilot wurde Heinz Bayer, Porsche 996 als Vierter. Die große 2-Liter Fraktion führen Rene Martinek, Honda Civic R vor Michael Hofer, Renault Clio und Alex Gumpenberger, Alfa 155 an.

Auch die Classica Trophy hat ein sehr großes Starterfeld mit wirklich schönen Fahrzeugen nach Spielberg gebracht. Das Spektrum reicht vom Alfa Romeo bis hin zu wunderschönen Engländern und dem BMW M1 von Sepp Manhalter.

Die Rennberichte:

Histo Cup STW, Rennen 1:

Auch am Sonntag gab es zwar viele Wolken doch die Regenschleusen blieben verschlossen. Den Anfang machten die Amis und die Armada der STW-Piloten. Roger Bolliger setzte sich anfangs an die Spitze, er hatte jedoch Getriebeprobleme und Hubert Färber setzte sich mit seinem mächtigen Ford Mustang in Führung. Bolliger rettete den zweiten Platz noch knapp vor Udo Rienhoff, AC Cobra ins Ziel. Die Nicht V8 Fraktion wurde zuerst von Michael Steffny mit dem Gruppe 5 BMW angeführt, der sich aber bald mit Christian Neunemann und Christian Schneider anlegen musste und schließlich mit schwindender Motorleistung w.o. geben musste. Schneider gewinnt die Klasse bis 4000ccm vor Neunemann und dem Deutschen Max Schell, Porsche 911. In der Klasse bis 2500ccm gab es einen tollen und spannenden Kampf zwischen Toni Schell, Ford Escort und Bernhard Schmidbauer, Opel Kadett GTE. Schell musste dann wegen technischen Problemen aufgeben, Schmidbauer gewinnt die Klasse vor Herbert Schlauch, BMW 323 und Volker Braunsberg, Opel Ascona. Die 2-Liter Klasse gewinnt der Münchner Norbert Müller, Alfa Romeo GTV vor Walter Spatt, VW Golf GTI und Peter Pöschl, Ford Escort RS 2000.

Young Timer, Rennen 1:

Die Young Timer stellten das größte Feld und lieferten ein tolles erstes Rennen. Anfangs ein heißer Dreikampf der Duller Piloten, den schließlich Markus Weege vor Herwig Duller und dem Südtiroler Andreas Corradina für sich entscheiden konnte. Die Klasse bis 2000ccm sicherte sich der Oberösterreicher Rene Martinek, Honda Civic R vor Alex Gumpenberger, Alfa 155 und Michael Hofer, Renault Clio. Die 3-Liter Klasse gewann Michael Bahnholzer, BMW M3 vor Franz Benczak, Fiat Coupé und Herbert Bürgmayr, Alfa 75. Die 4-Liter Fraktion wurde angeführt von Heinz Bayer, Porsche 996. Zweiter wurde Roland Luger, Opel Omega vor dem Salzburger Reinhard Moser, Porsche 993. Bei den Big Bangers gab es einen tollen Sieg der Schweizamerikanerin Amanda Henessy, vor Frank Riedel, ebenfalls Chevrolet Corvette.

Histo Cup Anhang K, Rennen 1:

Ein toller Zweikampf an der Spitze zwischen Peter Eissner Eissenstein, Porsche 911 RSR und dem Schweizer Michael Erlich, De Tomaso Pantera, den der Wiener mit dem Porsche knapp für sich entscheiden konnte. Dritter wurde der Evergreen Dieter Karl Anton, Ford Escort BDG, der damit auch die 2-Liter Fraktion vor Stefan Fuhrmann, BMW 320 und Gregor Nell, Ford Escort, anführte. Die Klasse bis 1600ccm gewinnt Thomas Lehner, Alfasud Sprint vor Robert Jambrits, Alfa Giulia S und Jürgen Ludwig, Alfa Romeo GTV. Die sehr gut besetzte 1000er Klasse sah einen Premierensieg von Thomas Kaiser, Mini Cooper 1000 vor Wolfgang Vala, Steyr Puch 650TR und Werner Fessl, Fiat Abarth 1000TC. Sieger der 3-Liter Fraktion wurde Peter Eissner vor Frank Kawalek, beider Porsche 911 RSR und dem Slowaken Jaroslav Baranek , Ferrari 308GTB. Die Klasse der Hubraumriesen gewinnt Michael Erlich, De Tomaso Pantera vor Christian Schallenberg, Ford Falcon und dem Schweizer Max Hug, Chevrolet Camaro.

BMW 325 Challenge, Rennen 1:

Mit großer Spannung wurde das Rennen des größten historischen Markenpokales erwartet. In der Gruppe A setzte sofort ein Trio vom Rest des Feldes ab. Michael Hollerweger gewann vor dem Deutschen Franz Grassl und Georg Steffny. In der großen Gruppe N gab es auch einen tollen Dreikampf um den Sieg, den sich der Oberösterreicher Patrick Stimmeder vor dem Ungarn Gyögy Makai und Herbert Leitner holte. Titelmitfavorit Christian Walleit startete von der letzten Position und musste sich erst durch das gesamte Feld kämpfen. Mittels „Funkverbindung“ erhielt er das Startsignal „rot aus“ und konnte so gleich einmal 12 Positionen in der ersten Runde gut machen. Er kämpfte sich danach bis zum 7. Rang nach vorne. Böse erwischt hatte es in der letzten Runde Erich Hascher, der vor der Remuskurve auf der Geraden mit rund 190 km/h mit Heinz Ruhrberg aneinander geraten war und böse abflog. Auto Totalschaden, der Pilot wurde zum Check ins Krankenhaus gebracht, eine Stunde später sah man ihn schon wieder im Paddock Club. Er tröstete sich mit der schnellsten Rennrunde der Gruppe N und wird in Franciacorta wieder mit dabei sein.

Formel Historic, Rennen 1:

Das Rennen der Einbäume war natürlich eine klare Sache für die Formel 3 Piloten. Franz Guggemos, Ralt RT31 gewinnt vor dem Schweizer Bruno Huber, Argo-Toyota und Walter Vorreiter Ralt RT1. Sehr erfreulich, Sami Hamid sah mit seinem Brabham als Gesamtsechster die Zielflagge. Die Formel Ford Fraktion gewann Manfred Schneider, Van Diemen vor dem Gesamtsieger 2011 Wilfried Kallinger, Merlyn und Schweden Peter Sikström, Van Diemen. Sieger der Formel Super V wurde Georg Wöber, Kaimann.

BMW 325 Challenge, Rennen 2:

Bei der Gruppe A lag wieder dasselbe Trio in der gleichen Reihenfolge in Front. Georg Steffny setzte Franz Grassl mächtig unter Druck, es gab tolle Positionskämpfe um den zweiten Platz, Berchtesgadener Grassl konnte seinen Vorsprung um 0,3 Sekunden sehr knapp ins Ziel retten. In der Gruppe N gewinnt vorerst der Salzburger Herbert Leitner vor Patrick Stimmeder und dem Schweizer Marco Hürbin. Leitner wurde nach einem Protest eines Konkurrenten wegen einer nicht regelkonformen hinteren Bremsanlage disqualifiziert. „Das Auto wurde von einem Gruppe A Fahrzeug zurückgebaut, auf die hintere Bremse wurde einfach vergessen, da der Senior zuvor eine Woche im Spital war“, soweit die plausible Erklärung des geknickten Salzburgers. Somit erbte Stimmeder den Sieg vor Marco Hürbin und Christian Walleit. Feine Leistungen boten auch Manfred Zaunbauer (5.) und „WirbelDoc“ Geri Gaitzenauer (6.) sowie der Rosenheimer Heribert Haimerl (7.), die einen tollen Dreikampf boten. Besonders zu erwähnen ist die Top Performance aller Piloten, die wirklich Motorsport vom Feinsten boten, der mit viel Applaus auf der Tribüne bedacht wurde. Die Schnellste Rennrunde der Gruppe N Piloten drehte Marco Hürbin. Bemerkenswert sind die sehr knappen Zeitabstände der ersten 10 Piloten, die alle innerhalb einer Sekunde, gemessen auf eine Runde, liegen.

Histo Cup Anhang K, Rennen 2:

Zuerst wieder ein Zweikampf um die Spitze zwischen Peter Eissner und Michael Erlich ehe dem Wiener Porsche Piloten in der Schlossbergkurve die Felge gebrochen ist und er das Arbeitsgerät im Schotter abstellen musste. Michael Erlich gewinnt mit seinem De Tomaso Pantera das Rennen vor Frank Kawalek, Porsche und Dieter Karl Anton. Die Klasse bis 1000ccm gewinnt diesmal Werner Fessl, Fiat Abarth vor Wolfang Vala und Bernhard Deutsch, beide auf dem Grazer Puch-Schammerl. Die 1600er gewinnt der Deutsche Jürgen Ludwig vor Thomas Lehner und Robert Jambrits, alle Alfa Romeo. Hinter DKA wurde Stefan Fuhrmann Zweiter der Klasse bis 2-Liter vor Kurt Ploier, der langsam auch wieder in die Gänge kommt. Die Klasse bis 3000ccm gewinnt Frank Kawalek, Porsche vor Jaroslav Baranek, Ferrari. Die Anhang über 4000ccm gewinnt Michael Erlich, De Tomaso vor Constantin Kletzer, Chevrolet Camaro und Christian Schallenberg, Ford Falcon und Fredi Weissengruber, BMW 635i.

Young Timer, Rennen 2:

Nach einem Bilderbuchstart krachte es dann in der ersten Kurve, Roland Luger wählte wieder einmal einen sehr späten Bremspunkt und riss Herwig Duller mit aus dem Rennen in der ersten Kurve. Safety Car Phase und Restart. Danach ein tolles Rennen um die Spitze zwischen den Duller Piloten Weege und Corradina und den Porschefahrern Moser und Bayer. Nach dem Restart der zweiten Safety Car Phase, die Alex Gumpenberger mit einem Abflug in der Schlossgoldkurve auslöste, gab es dann einige Ahndungen wegen Überholens unter gelb vor die Ziellinie, Opfer unter anderen, Heinz Bayer, Geri und Michael Fischer sowie Andreas Corradina, die alle eine 30 Sekunden Zeitstrafe bekamen. Sieger eines sehr ereignisreichen Rennens wurde schließlich Markus Weege vor Andreas Corradina und Frank Riedel, Chevrolet Corvette.
Die Klasse bis 1600ccm holt sich Alfred Piesinger, KIA Sephia RHD. Die 2-Liter gewinnt wieder Rene Martinek, Honda Civic vor Alex Schiessling, Renault Clio und Andreas Mairzedt, Honda Civic. Michael Bahnholzer gewinnt die 3-Liter vor Franz Benczak, Fiat Coupé. Hinter dem Gesamtsieger Weege und Corradina wurde René Terlep Dritter der Klasse bis 3500ccm. Die Klasse bis 400ccm gewinnt Reinhard Moser, Porsche 993 RS vor Bruno Wehrli, BMW M5 und Roland Ottillinger, BMW 335 STT. Sieger der Klasse über 4000ccm wurde der Deutsche Frank Riedel vor Amanda Henessy, beide Chevrolet Corvette.

Histo Cup STW, Rennen 2:

Das zweite Rennen der STW´s gewinnt wieder Hubert Färber, diesmal vor Udo Rienhoff und Markus Bereuter. Die Klasse bis 1600ccm holt sich Michael Widmann. Bis 2000ccm gewinnt Norbert Müller, Alfa Romeo GTV vor Walter Spatt, VW Golf und Peter Pöschl, Ford Escort. Die 2,5er Klasse holt sich diesmal Toni Schell vor Bernhard Schmidbauer und Volker Braunsberg, Opel Ascona. Christian Schneider holt sich vor Christian Neunemann die 4-Liter Klasse.

Formel Historic, Rennen 2:

Wieder ein Sieg von Franz Guggemos, diesmal vor dem Schweizer Bruno Huber und Walter Skopik. Die Formel Ford gewinnt Manfred Schneider vor Wilfried Kallinger und Peter Sikström. Georg Wöber die Super Vau Klasse und Gerhard Brandstätter die Sportwagen.

Classica Trophy:

Das wunderschöne Feld der Classica Trophy, die zum ersten Mal mit der RaceCard auch mit dem Segen der OSK unterwegs war, zeigte neben tollen Autos auch Sportsgeist.

Sieger der Teamwertung wurden Albert Kröpfl/Gerhard Hierzer, Porsche 911 (318 Punkte) vor Herbert Margreiter/Connie Aistleitner, Alfa Romeo (424) und Manfred Engl/Auguste Poller, Alfa Romeo (497). Sieger die Solowertung wurde Markus Maurer, Porsche 964 (974 Punkte) vor Peter Bogner, Porsche 924 (1415) und Leo Birke, Fiat 128 Rallye (2409).

Neben den sechs Rennserien des Histo Cups waren auch die Formel Vau Europa, die Ferrari Trophy und der neue Tourenwagen und GT Cup in Spielberg aktiv. Es war ein Motorsportfest der Superlative in der Steiermark.

In drei Wochen geht es weiter mit der Premiere in Franciacorta bei Brescia in Italien. Vielen Dank an alle Helfer und Funktionäre, die beim ersten Rennwochenende richtig viel zu tun hatten und natürlich zum vollen Erfolg beigetragen haben.