Bericht Tourenwagen Trophy Rijeka / Kroatien

Herrliches Wetter begleitete die Teilnehmer  beim ersten „sommerlichen“ Rennen in diesem Jahr. Die Teilnehmer brauchten ihr Kommen nicht bereuen.

Eines vorweg: wer ins Autodrom Grobnik in Kroatien kommt, sollte sich nicht vom ersten Anblick täuschen lassen. Die Anlage ist aus den späten 1970ern und so schaut sie auch aus. Aber das Streckenlayout, das Ringpersonal und die Gastronomie machten ein schönes Urlaubserlebnis mit motorsportlichem Schwerpunkt aus dem vierten Histo Cup Wochenende 2017.

Gefahren wurde auf (film)geschichtsträchtigen Boden, wurden doch genau hier vor mehr als 50 Jahren die Prärieaufnahmen für diverseste Karl May Verfilmungen gedreht. Es wagten sich daher rund 110 mutige Apachen des Histo Cups nach Kroatien. Auch die Artbauer-Race Day Trophy schickte einige tapfere Piloten zur Rennstrecke nahe Rijeka.

„Eine „alte“ Strecke mit Grip ohne Ende, fahrerisch richtig anspruchsvoll und noch dazu ein herrliches Essen in den kleinen Restaurants“ – Zitate aus dem Fahrerlager.

Bereits am Freitag wurde ausgiebig getestet und es wurden alle Vorbereitungen getroffen für die ersten Qualifyings und Rennen am Samstag.

Young Timer /Tourenwagen Open und Artbauer

Das Young Timer Feld wurde am Samstag von der Artbauer-Trophy verstärkt. Ernst Kirchmayr stellte seinen KTM X-Bow auf die Pole-Position vor dem BMW von Siegfried Kuzdas, der dieses Wochenende eine Spitzenform hatte. Platz 3 ging an BOB-BAU ebenfalls in einem KTM.

Bereits in Runde 2 kam es zum Crash zwischen Karl Müller, Porsche 911 und Manuel Weger, Mini Cooper, der für beide das Wochenende beendete. An der Spitze fuhren Kirchmayr, Kuzdas, Bob-Bau und Christoph Doppler, KTM weg und kamen nach einigen Zweikämpfen auch so ins Ziel. Alfons Riedweg wurde Fünfter und Herbert Leitner (Toyota Corolla) konnte Andreas Rehwald in der letzten Runde noch den sechsten Platz entreißen. Matthias Jocher war der überlegene Mini Cooper im Feld und hat der Schützenhilfe seines Vaters Stefan, ebenfalls Mini nicht gebraucht.

Am Sonntag waren die KTM nicht mehr dabei und so holte Siegfried Kuzdas mit dem Duller-BMW überlegene Pole-Position. Platz zwei ging an Lothar Oberlaber mit seinem Renault Megane Endurance, allerdings kämpfte er schon das ganze Wochenende mit Kupplungsproblemen. Dritter im Quali war Andreas Rehwald, BMW E36 M3.

Im Rennen blieb der Startplatz von Oberlaber leer, die Kupplung wollte mal wieder nicht, und so musste der Oberösterreicher von ganz hinten starten. Kuzdas ging sofort in Führung und fuhr einen überlegenen Start-Ziel Sieg ein.

Alfons Riedweg (Chevrolet Corvette Z06 GT3)kam auf Rang zwei ins Ziel noch vor Andreas Rehwald, der seine liebe Mühe hatte den Stockerlplatz gegen Christian Müller im Mitsubishi Colt zu verteidigen.

Oberlaber schaffte es noch bis auf Rang 5 noch vor den 2-Liter Kriegern Leitner und Dominik Klima (Honda Integra). Für Klima das letzte Rennen in Freiheit, heiratet er doch am kommenden Freitag. Hinter den beiden kam einer Viererkette mit Matthias Jocher, Florian Stahl, BMW 318IS, Andreas Absmann, BMW 325 touring und Philipp Kluckner, Mini Cooper ins Ziel bei der man bis zuletzt  nicht wusste, wer welche Position belegen wird. Auch der „Histo Cup Chinese“ Zichao Wang brachte seinen Honda Civic beide Male ins Ziel und seine Lernkurve zeigt nach oben.

 

Historische Tourenwagen Anhang K

Michael Steffny hatte den Anhang K Piloten versprochen, dass in den Sommerrennen 2017 alle historischen Tourenwagen des Anhang K ihr Rennen gemeinsam fahren werden. So stellte sich das Feld diesmal etwas anders dar, als sonst. Manfred Pledl holte sich mit dem Wooding-Escort im ersten Qualifying die Pole Position knapp vor Amanda Hennessy, Chevrolet Corvette C3 und Jaroslav Rejka, Jaguar XJRS.

Im Rennen selbst zeigte aber die Amerikanerin, dass sie die Squaw war, die sämtliche Krieger schlagen würde. Pledl konnte sie nur kurz im Zaum halten, dann galoppierte sie dem Feld auf und davon. Hinter den beiden entwickelte sich ein packender Dreikampf mit Rejka, Thomas Dätwyler, Opel Kadett und Alfred Weißengruber, BMW 635csi, der schon bald ein Vierkampf wurde als Dieter Schwarz im schwarzen Morgan plus8 dazu kam. Schwarz, frisch erholt, strahlte die Fahrfreude regelrecht aus, und konnte alle drei überholen. Weißengruber dürfte seinen BMW bei der Hetzjagd zu viel zugemutet haben. Sein Sechszylinder gab in der letzten Runde mit Motorschaden w.o. Aber auch dahinter wurde feinster Rennsport geboten. Robert Dubler hatte riesige Mühe seine Corvette C1 irgendwie vor Daniele Vettorettis Mini 1300 ins Ziel zu chauffieren. Und im Kampf der Zwerge zwischen Bernhard Deutsch, Steyr(Puch 650TR und Christian Bernard, BMW 700RS sah sich plötzlich Werner Vyskocil im Opel Kadett schwerstens bedrängt.

Das zweite Qualifying ließ sich Amanda Hennessy nicht mehr nehmen und Dieter Schwarz bestätigte seine Vortagesleistung mit Startplatz zwei vor Thomas Dätwyler und Jaroslav Rejka.

Im Rennen selbst musste man dann schon auf den einen oder anderen verzichten. Manfred Pledl, im Qualifying von Problemen geplagt, musste von ganz hinten starten und hatte haufenweise Überholmanöver zu bieten. Aber weiter als auf Platz vier ging es auch für den Tierarzt (den hätten die Apachen sicher auch gut brauchen können) nicht nach vor. Amanda Hennessy fuhr Schwarz und Dätwyler auf und davon. Dahinter machten sich diesmal Jaroslav Rejka und Reinhold Jungwirth, Porsche 911 RSR um Position 5, welchen der Tscheche um ganz wenige Zehntel für sich sichern konnte. Auch um Rang 7 wurde heiß gekämpft. Robert Dubler  und Peter Dubsky, Jaguar D-Type boten Motorsport vom Feinsten.

BMW 325 Challenge

Dass die Challenge sich zwischen Jakob Schober, Max Zupanic und Matthias Heinemann entscheiden wird – wenn nichts Überraschendes passiert – ist seit dem Salzburgring offensichtlich. In genau dieser Reihenfolge hatte man auch das Qualifying absolviert, wobei Schober  eine absolute Traumrunde gelang, die er selbst nicht glauben wollte.

Im Rennen ging Schober zunächst auch in Führung vor seinem Teamkollegen, der aber plötzlich von Benzindruckproblemen geplagt wurde. Ein umgelegter Schalter zerstörte Zupanic´s Rennen. Schober bekam allerdings Probleme mit seinen Reifen und plötzlich war nicht nur sein alter Duellgegner Matthias Heinemann im BCR-BMW hinter ihm sondern auch dessen Teamkollege Manfred Zaunbauer im EURO-PACK BMW. Heinemann der bisher in den Zweikämpfen seine Ellbogen bei sich behalten hatte, wurde diesmal ein wenig strenger und räumte in der Zielhaarnadel mit seinem rechten Vorderrad die Sponsor Aufkleber und den weißen Lack von Schobers linker hinterer Seitenwand. Der Amteq-Schriftzug war danach nur noch für Insider lesbar. Heinemann musste jedoch durch diese Aktion auch Zaunbauer vorbeilassen, der sich die Führung bis ins Ziel nicht mehr nehmen ließ. Schober musste sich mit Rang 3 begnügen. Dahinter lieferten sich der Stammesälteste Dieter-Karl Anton, Trade & Service BMW, Georg Steffny, Race-Performance BMW und Simon Brenner Vuarnet-BMW einen packenden Dreikampf um die Positionen vier bis sechs, den sie auch in dieser Reihenfolge ins Ziel brachten.

Im sonntäglichen Training gab es dann für Heinemann den Absturz von himmelhochjauchzend auf todtraurig. Der Passauer hatte gerade die Poleposition eingefahren, als man einen Motorschaden an seinem Renner diagnostizierte. So ging von Startplatz 2 wieder Jakob Schober vor Max Zupanic und Manfred Zaunbauer ins Rennen.

Während Schober sofort enteilte, traf Zaunbauer den BETA-BMW von Zupanic in Kurve 4 links hinten, wodurch der junge Grazer in einen Dreher gezwungen wurde und dem Feld von ganz hinten hinterher hetzen musste. Georg Steffny kam nach seiner dreijährigen Rennpause in der BMW Challenge immer mehr in Fahrt und überholte nicht nur Dieter Karl Anton sondern nach rundenlangem Zweikampf auch Zaunbauer und fuhr hinter dem überlegenen Schober als Zweiter ins Ziel.

Zaunbauer selbst hatte seine Probleme Rang drei noch gegen Dieter Karl Anton ins Ziel zu bringen, schaffte dies aber ganz knapp. Zupanic wurde noch fünfter vor dem Steirerexpress Leopold Unger und Gerald Hofer die nach dem Ausfall von Simon Brenner um Platz sechs und sieben gekämpft hatten.

Histo Cup STW

Die STW-Klasse war ein wenig geschwächt von den Ausfällen und Schäden bei den vorangegangenen Rennen. Frank Riedel war das ganze Wochenende über nicht zu stoppen. Im ersten Qualifikationstraining stellte der Deutsche seine Delago Corvette vor Erwin Warislowich , BMW Gruppe 5 und Josef Schößwendter, Porsche 944 Cup Turbo ans vordere Ende der Startaufstellung.

Im Rennen konnte ihm niemand wirklich folgen, was vielleicht auch daran lag, dass Warislowich und Erich Petrakovits, Ford Capri sich mehr miteinander beschäftigten, nachdem Petrakovits Schößwendter niedergekämpft hatte.

Petrakovits nutze einen Fehler von Warislowich und knackte schließlich den Gruppe 5 BMW und kam als Zweiter vor Warislowich und Schößwendter ins Ziel. Dahinter kämpften Johann Retschitzegger, Audi Coupé und Marcel Langoth, VW Golf GTI 1 um Rang 5.

Langoth trieb Retschitzegger in einen Fehler, konnte ihn überholen aber der routinierte Audi-Pilot konnte den erst 17-jährigen Golf Piloten dann dennoch knapp hinter sich lassen.

Im zweiten Rennen orientierte sich Warislowich diesmal nach vorne und versuchte über mehrere Runden an Riedel dranzubleiben, musste sich aber letztendlich mit Platz 2 zufriedengeben. Petrakovits fand sich diesmal Schößwendter als Sparringpartner und konnte diesen mit Müh und Not bis zur Zielflagge hinter sich halten.

Im Zweikampf Retschitzegger gegen Langoth wollte diesmal auch STW-Camp Alexander Wechselberger mitmischen, aber nach wenigen Runden konnte er das Tempo der beiden nicht mehr gehen. Langoth spielte diesmal den ganzen Mut eines jungen Kriegers aus und konnte Retschitzegger schließlich überholen und auf Rang 5 ins Ziel fahren.

 

Formel Historic

Im Gegensatz zum Salzburgring waren überraschend viele Formelautos in Grobnik am Start und lieferten auch zwei spannende Rennen. Karl Neumayer fuhr überlegene Pole Position vor Peter Peckary und Walter Vorreiter.

Im Rennen enteilte Neumayer seinen beiden Konkurrenten sofort und Peckary konnte Vorreiter ebenfalls in Schach halten. Dahinter gab es einige packende Zweikämpfe so etwa Karl Rernboeck gegen George Komaretho oder auch Günther Ledl gegen Erich Schweifer. Roman Pöllinger entschied in einem tollen Rennen die Formel Renault für sich vor Benjamin Pfeil und Günter Ledl. Philipp Thiel lieferte erneut eine starke Vorstellung im FF1600 und gewann vor Johann Kowar.

Im sonntäglichen Training musste der große Favorit Neumayer sein Auto mit Motorschaden abstellen. Die Pole holte sich aber der Italiener Sergio Savoca, der den ganzen Samstag unter technischen Problemen gelitten hatte, ganz knapp vor Peter Peckary. Vorreiter war erneut Dritter in der Startaufstellung.

Beim zweiten Rennen kam es dann zu einem spannenden Zweikampf um den Sieg zwischen Savoca und Peckary, der nur von einer Safety Car Phase unterbrochen wurde. Da gab´s beim Restart ein ziemliches Gedränge schon vor der Ziellinie und hinterher einige Diskussionen in der Rennleitung.

Das Rennen selbst konnte aber Savoca vor Peckary und Vorreiter für sich entscheiden. Philipp Thiel siegte erneut in der FF1600 und Benjamin Pfeil, der sich am Wochenende stark steigerte,  fuhr in der Formel Renault seinen ersten Sieg ein.

Ravenol 1 Stunden Teamrennen

Gemeinsam mit der Artbauer-Trophy bestritt man das Stundenrennen. Zehn Teams kamen ins Ziel und Ernst Kirchmayr feierte einen Doppelsieg. Hatte sich der Paschinger Unternehmer sowohl mit Raffael Sperrer, Platz 1 als auch mit Bob-Bau, Rang 2 je einen KTM X-Bow geteilt. Rang 3 ging an Alfons Riedweg (Corvette GT-3), der das Rennen alleine durchfuhr.

Vierter wurde das Team Jocher/Ludwig mit dem Mini Cooper R56. Dahinter kamen gleich 4 Autos die von Team Dubler genannt waren, mit Urs Steffen, Triumph GT8, Thomas Dätwyler, Opel Kadett C, Amanda Hennessy/Robert Dubler, Corvette C3 und Robert Dubler/Amanda Hennessy, Corvette C1. Egmont Wimmeder, Jaguar E-Type belegte Rang 9 noch vor Zichao Wang.

Classica Trophy

Erneut stellte die Classica Trophy ein sehr starkes Feld – hatten doch einige das Rennen in Kroatien in ihre Urlaubspläne mit eingebaut. Pechvogel des Wochenendes war Astrid Witzany, die wegen eines Getriebeschadens gar nicht starten konnte. Für die Meisterschaft könnte das ein herber Rückschlag sein. Dass es nicht ganz so schlimm werden könnte dafür sorgten Manfred Engl, Alfa Romeo und Hois Russegger, Porsche 944, die Ralf Schatzl, Triumph TR 6 auf Rang drei verweisen konnten.

In der Teamwertung dürfte eine Vorentscheidung bereits gefallen sein, da das Duo Herbert Margreiter/Konnie Aistleitner, Alfa Romeo wieder siegte, während sich ihre engsten Verfolger, das Ehepaar Sabine und Joachim Hofstadler Porsche 914 auch noch dem Alfa Romeo von Vater Tochter Gespann Michaela und Peter Thallinger geschlagen geben mussten.

Mit der letzten Siegerehrung ging ein sehr erfolgreiches Rennwochenende zu Ende. Kroatien war eine Reise wert. Jetzt wird die Strecke neu asphaltiert und daher steht einem Rennen im Jahre 2018 nichts mehr im Weg.

Nach vier Rennwochenenden in nur 7 Wochen sind die Histo Krieger der Apachen  erschöpft und müde und werden von Häuptling „Rauchende Socke“  jetzt in eine mehrwöchige Pause geschickt, bevor sie von 7. bis  9. Juli die Jagdgründe des Pannoniarings heimsuchen werden.

Bericht von: Georg Gruber „the voice“

Ergebnisse der einzelnen Rennen und das vorläufige Gesamtergebnis in der Rubrik „Ergebnisse“ beim Fahrerlogin.

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