Bericht Historische Tourenwagen Rennen Pannoniaring

Die längere Pause seit den tollen Rennen in Rijeka, Kroatien hat den Teilnehmern gut getan. Rund 150 Teams haben den Weg in die ungarische Pusta gefunden zu unserem ersten Sommerrennen.
Niemand geringerer als der Berliner Motorsportmogul Peter Mücke reiste nach Ungarn um mit dem Zakspeed Capri (Ex-Ludwig) an den Rennen teilzunehmen. Als Teamchef Sohn und Ford-Werkspilot Stefan Mücke. Und bei einem kurzen Gespräch am Samstagabend kam Mücke doch glatt der Satz über die Lippen: “ Ich bin so gern bei Euch, da sind lauter normale Leute“.  Das Kompliment ging HCA-Chef Michael Steffny runter wie feinstes Olivenöl und er nahm es dankbar für alle Beteiligten (Fahrer, Helfer, Funktionäre) der Histo-Cup Familie entgegen. Apropos normal: Offensichtlich ist es normal, dass ein WEC-Ford-Werkspilot an seinem freien Wochenende nicht nur an Vaters Auto schraubt, sondern nebenbei auch noch Hobbyrennfahrern im Fahrerlager durch professionelle Schweißarbeiten unterstützt.

Bereits am Freitag gab es volle Action im Rahmen des Testtages. Gleich am Vormittag erwischte es den Titelaspiranten in der BWM Challenge, Max Zupanic, mit einem kapitalen Motorschaden. Danach  krachte es nochmals arg. Stefan Rucker drehte sich mit seinem orangen Beta BMW und kam auf der Strecke zum Stillstand. Der Oberösterreicher Marcel Langoth konnte nicht ausweichen und torpedierte den BMW, beide Fahrer unverletzt, beide Autos nicht mehr einsetzbar, die Väter waren froh, dass ihre Söhne heil aus den Autos aussteigen konnten.

Neben den vielen Anhang K Nennungen war das tolle Starterfeld der Classica Trophy sehr erfreulich! Am Abend wurden dann die Geburtstage von Klaus Holzinger (60), Franz Altmann (55) und unser Histo Cup Voice, Georg Gruber, alias „Mc Gyver“ gebührend gefeiert.

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Beim abendlichen Rundgang durch das Fahrerlager konnte sich Histo Cup Mastermind Michael Steffny in einigen Gesprächen wieder ein Bild von der familiären Atmosphäre machen. Nach ein paar Runden Sommerspritzer und allerhand Grillereien und Spezereien ging der Abend zu Ende.

Rennberichte von Samstag Sonntag nach Serien:

Ravenol 1H Endurance Race:

Kurz vor dem Start gab es noch eine Abkühlung in Form eines kurzen Gewitterregens wurde fast pünktlich gestartet und die 14 Teams mit 28 Rennfahrzeugen rollten zum Start. Überlegen in Führung gingen die KTM Boliden von Ernst Kirchmayr und „Bob Bau“, die das Rennen auch gewannen. Dritter wurde Rudolf Happl, Audi S3 Turbo.

 

Schnellster Young Timer Pilot wurde als toller Gesamtvierter der Salzburger Norbert Greger, BMW M3 E36. Die BMW 325 Kategorie gewannen Leopold Unger / Gerald Hofer vor Dominik Wallner und Georg Hirsch, allen BMW 325 Challenge.

Die Historischen gewannen Marten Sahl / Michael Putz, Ford Escort bzw. BMW 2002 vor Urs Steffen / Astrid Witzany, Triumph Spitfire V8 und Egmont Wimmeder, Jaguar E Type.

Historische Tourenwagen Anhang K

Rennen 1: Mit 28 Rennfahrzeugen gut bestückt waren die Rennen des Anhang K (strenges Reglement), nicht zuletzt weil sich schon traditionell sehr viele historische Ford Freunde eingefunden hatten. Die Poleposition am  Samstag ging allerdings an einen Morgan, gesteuert von Dieter Schwarz. Martin Sahl (Ford Escort BDA) startete von Startplatz 2 und Titelverteidiger Alfred Weißengruber(BMW 635) teilte sich mit Elmar Eifert (BMW 2002) die zweite Reihe. Weißengruber stürmte kurz nach dem Start auf Platz eins. Dieter Schwarz musste erst mit Martin Sahl kämpfen, konnte Weißengruber jedoch nicht mehr einholen.

Dahinter tobten tolle  Positionskämpfe mit Capri-Pilot Michael Spazierer (P3), Martin Sahl, Günter Schmidt (Porsche 911) und Gesamtführenden Manfred Pledl (Ford Escort).

Rennen 2: Am Sonntag stellte dann Martin Sahl mit einem neuen Differential seinen Escort auf die Polepostion, gefolgt von Weißengruber und Schwarz. Manfred Pledl komplettierte die zweite Startreihe. Im Rennen zog dann Schwarz zunächst allen davon und sah wie der sichere Sieger aus. In der zehnten Runde jedoch drehte sich der Morgan auf dem eigenen Kühlwasser. Ein Stein hatte den Kühler durchschlagen. Damit war der Weg erneut für Weißengruber frei. Nachdem auch Martin Sahl seinen Escort abstellen musste, kompetierten Manfred Pledl und Michael Spazierer das Podest. Günther Schmidt – aus der Classica Trophy aufgestiegen – kam auf Gesamtrang 4 und findet sich immer besser in die Rennszene ein. Amanda Hennessy, am Vortag noch beinahe von Michael Spazierer abgeschossen, fuhr auf Rang 5 vor Michael Putz und Andreas Seiverth.

Die Klasse bis 1000cc gewann wieder Bernhard Deutsch vor Christian Bernard. Richard Bateman, Lotus Elan gewann die Klasse bis 1600cc. Hinter dem Sieger der Klasse bis 2000cc, Manfred Pledl platzierte sich Michael Putz als Zweiter vor Franz Kerzner, Ford Escort, nachdem der Ford BDA Mastermind Martin Sahl aufgeben musste. Die Klasse bis 3000cc sicherte sich Michael Spazierer vor Andreas Seiferth und Roland Spazierer, alle Ford Capri. Amanda Hennessy, Chevrolet Corvette gewann die Klasse über 4000cc vor Jaroslav Rejka, Jaguar XJS und Robert Dubler, Chevrolet Corvette.

Historische Spezialtourenwagen STW:

Rennen 1: Mit dem Mücke Motorsport Classic Team stieg eine absolute Profitruppe in die Rennen in Ungarn ein, um  – wie schon erwähnt  –  bei „normalen Leuten“  Rennen zu fahren. Peter Mücke stellte den Zakspeed Capri überlegen auf die Pole Position. Titelaspirant Frank Riedel (Delago Corvette), Christian Schneider (Alfa GTV) und Bernhard Schmidbauer (Opel Kadett C) folgten dahinter. Mücke zog sofort weg und hatte nach etwas mehr als drei Runden eine halbe Minute Vorsprung ehe er beim Überrunden mit dem Alfa von Josef Gumpenberger touchierte. Damit musste der Capri in die Garage und Frank Riedel übernahm die Führung.

Von Startplatz 17 (!) kam allerdings ein grandios fahrender Marcus Bereuter (Corvette C3) und konnte sogar Riedel noch abfangen und so das Rennen gewinnen. Nach einem  längeren Dreikampf schaffte Christian Schneider Rang 3 vor Erich Petrakovits (Ford Capri) und Erich Warislowich (BMW E21 Gruppe 5). Eine besondere Geschichte am Rande:  Marcel Langoth, dessen Golf GTI am Freitag schon zerstört war, und der gemeinsam mit Johann Retschitzegger (Audi Coupé) als Tabellenführer nach Ungarn kam, war eigentlich zum Zuschauen verdammt. Doch Thomas Lehner verzichtete auf einen Start mit seinem Alfa 33 und überließ dem jüngsten Piloten des Histo Cups sein Auto, damit der Schüler nicht ohne jeglichen Punkt wieder abreisen musste. Vielleicht sind es auch Geschichten wie diese, welche Peter Mücke glauben machen, er wäre unter „normalen Leuten“.

Die Klasse bis 2000cc holte sich Johann Retschitzegger, Audi vor Albert Gallersdörfer, Opel Kadett und Peter Pöschl, Ford Escort. Die Klasse bis 2500 gewann Bernhard Schmidbauer, Opel Kadett vor Michael Steffny, BMW 2002 und Karl Böhringer Ford Escort. Hinter dem Sieger der Klasse bis 4000cc, Christian Schneider platzierte sich Erich Petrakovits, Ford Capri als Zweiter vor Josef Schößwendter, Porsche 944 Turbo. Erwin Warislowich wurde hinter Gesamtsieger Bereuter und Riedel Dritter der Klasse über 4000cc.

Rennen 2: Am Sonntag stellte Mücke den Capri erneut auf die Poleposition, wieder vor Frank Riedel. In der zweiten Reihe fanden sich Marcus Bereuter und Christian Schneider. Mücke nahm diesmal ganz bewusst etwas Tempo heraus und gewann sicher.

Frank Riedel konnte sich diesmal Marcus Bereuter vom Leib halten und so belegten die beiden Plätze 2 und 3 vor Erich Petrakovits, Erwin Warislowich und Josef Schößwendter, der sich nach einem Fahrfehler erst wieder an Johann Retschitzegger und Albert Gallersdörfer vorbeiarbeiten musste.

Johann Retschitzegger, Audi holte sich die Klasse STW bis 2000cc vor Albert Gallersdörfer, Opel und Peter Pöschl, Ford. Bernhard Schmidbauer,  Opel gewann die Klasse bis 2500cc. Hinter Gesamtsieger Mücke und Petrakovits holte sich Josef Schößwendter den dritten Platz der Klasse bis 4000cc. Erwin Warislowich wurde in der Klasse über 4000cc Dritter.

Formel Historic

Rennen 1: Franz Guggemos führte diesmal einen neuerworbenen Dallara F398 aus und stellte ihn auch gleich auf die Poleposition, gefolgt von Karl Neumayer (Dallara F391), vor Peter Peckary (Reynard F3) und Franz Altmann (Lola FLC88). Im Rennen ließ Guggemos keine Zweifel aufkommen, wer das Rennen gewinnen wird. Dahinter jedoch wurde hart aber fair gekämpft. Verschiedenste Positionswechsel gab es bis zum Zieleinlauf zwischen Peckary (2.), Altmann (3.), Neumayer und Walter Vorreiter (Ralt RT 31), den Vorreiter leider zu früh wegen eines Defekts aufgeben musste.

Philipp Thiel gewann mit Gesamtrang 5 auch die Wertung der FF 1600 vor Roman Pöllinger (Sieger Formel Renault), vor Benjamin Pfeil und Günter Ledl. Die Formel Libre 2 gewann Gerhard Lehninger, Opel Lotus vor Walter Vorreiter, Ralt RT1.

Rennen 2: Am Sonntag wurde es dann durch ein kleines Gewitter richtig spannend, als es im Rennen erst ganz leicht und in der letzten Runde etwas stärker zu regnen begann. Guggemos startete wieder von Position 1 vor Neumayer, Peckary und Vorreiter. Ab Runde 6 begann es ganz leicht zu regnen und die Rennleitung beobachtete Strecke und Wetter sehr genau. Jedoch wurden immer schnellere Sektorzeiten gefahren und so zeigte man zunächst nur die gelb-roten Flaggen. Nach neun Runden wurde der Regen etwas stärker und in der letzten Runde war dann die Strecke doch etwas nass. Franz Guggemos (überlegen in Führung liegend) und Walter Vorreiter fielen den Verhältnissen zum Opfer.

Auch Karl Neumayer und Peter Peckary – durch Dreher des jeweils anderen kurz in Führung – prüften die Rasenqualität abseits der Strecke. Weil sich aber Peckary zweimal drehte, konnte schließlich Neumayer das Rennen für sich entscheiden. Peckary wurde Zweiter vor Altmann, Thiel und Pöllinger.

Die Klasse Formel Ford 1600 holte sich Philipp Thiel vor Helmut Scheuch und Rainer Rosenberg. Die Formel Renault gewann Roman Pöllinger vor Günter Ledl und Benjamin Pfeil. Gerhard Lehninger, Opel Lotus holte sich die Formel Libre 1 vor Walter Vorreiter, Ralt RT 31.

Young Timer / Touring Car Open

Rennen 1: Gemeinsam mit dem Feld der Artbauer Race Trophy bestritt man das samstägliche Rennen. Poleposition fuhr Ernst Kirchmayr mit seinem KTM X-Bow ein. Dahinter fand sich Walter Schropper (Dodge Viper) vor Herbert Leitner (Toyota Corolla) und Alfons Riedweg (Corvette Z06 GT3). Im Rennen zog Kirchmayr sofort weg und fuhr einen überlegenen Start-Ziel Sieg ein. Dahinter, lieferte Norbert Greger (BMW M3 E 36) ein tolles Rennen von Startplatz 7 überholte Gegner um Gegner,  um schließlich auf Rang 2 vor Herbert Leitner ins Ziel zu kommen.

Platz 4 ging an Alfons Riedweg vor Erwin Eder (Ford Focus ST) und Andreas Absmann (BMW 325 Touring). Einige Ausfälle reduzierten das Feld. So verbrauchte Gerhard Jörgs GT3 Corvette mehr Sprit als in den Tank passt, und Dominik Klimas Bremse (Honda Integra) blieb bereits beim Vorstart stecken.

Rennen 2: Walter Schropper stellte im zweiten Rennen seine Viper auf die Pole, vor Norbert Greger und den beiden Corvettes von Jörg und Riedweg. Aber gleich nach dem Start übernahm Greger das Kommando und fuhr dem Rest des Feldes mit Leichtigkeit davon, nicht zuletzt dadurch weil hinter ihm ein packender Dreikampf mit Schropper, Riedweg und Herbert Leitner tobte. Gerhard Jörg musste aus der Box nachstarten und blieb nach toller Aufholjagd wieder mit zu wenig Sprit nach 10 Runden liegen.

Riedweg konnte sich nach längerem Kampf in dieser Gruppe durchsetzen und kam auf Rang 2 vor Leitner und Schropper ins Ziel. Platz 5 errang die Schweizerin Alexandra Mühlethaler mit ihrem Mini Cooper – wohlgemerkt von Startplatz 11 kommend noch vor Markus Eder (Ford Focus ST) und Dominik Klima. Im Mittelfeld gab es herrliche Positionskämpfe mit Andreas Absmann, Florian Stahl (BMW 318), Mike Wehrli (BMW 325) und Matous Kubu (Renault Clio).

Die Young Timer Klasse bis 2000cc gewann Herbert Leitner vor Dominik Klima, Honda und Florian Stahl, BMW 318is. Die Klasse bis 2500cc holte sich Mike Wehrli vor dem Ungarn Miklos Kazmer und Klaus Holzinger, alle BMW 325i. Andreas Absmann gewann die Klasse bis 3000cc.

Die Tourenwagen Open holte sich Alfons Riedweg vor Gerhard Jörg, beide Chevrolet Corvette und dem Niederösterreicher Markus Eder, Ford Focus. Die TCO bis 3000cc holte sich die Schweizerin Alexandra Mühlethaler, Mini Cooper vor dem Tschechen Matias Kubu, Renault Clio

BMW 325 Challenge

Rennen 1: Max Zupanic hatte nach seinem kapitalen Motorschaden noch Glück im Unglück und konnte auf das Auto von George Steffny zurückgreifen, der auf seinen Start verzichtete. Den Samstag dominierte allerdings ein anderer. Györgi Makai kam als Ersatzmann für Leon Unger zum Gasteinsatz und stellte den BMW gleich auf die Poleposition. Verfolgt von Jakob Schober und Max Zupanic fuhr der Ungar einen ungefährdeten Start-Ziel Sieg ein.

Dahinter lieferten sich Manfred Zaunbauer, Dieter-Karl Anton, Leopold Unger (startete von P4) und Karl Heinz Ruhrberg einen tollen Vierkampf um die Plätze dahinter. Ruhrberg fiel in der 8 Runde aus.  Somit wurde Leopold Unger sechster vor Gerald Hofer und Charly Habenbacher. Schnellste Rennrunde für Jakob Schober.

Rennen 2: Am Sonntag konnte dann Leon Unger wieder starten und Manfred Zaunbauer stellte seinen 325 mit lächerlichen 64 Tausendstel Vorsprung auf die Poleposition, wieder verfolgt von Schober und Zupanic. Gerald Hofer startete diesmal von Platz 4. Zaunbauer zog vom Start weg und hatte Schober formatfüllend das ganze Rennen hindurch im Rückspiegel. In einem absolut fairen Zweikampf schaffte es der Oberösterreicher den Meisterschaftsführenden bis ins Ziel knapp hinter sich zu lassen.

Max Zupanic bekam durch einen massiven Verbremser Probleme mit dem rechten Vorderrad und kämpfte gegen Gerald Hofer und verschiedene Verfolger. Als dann auch noch die Benzinpumpe aufgab, war das Wochenende für Zupanic endgültig gelaufen. Ein besonders kontaktfreudiges Duell lieferten sich Leopold Unger und Dieter Karl Anton. Gleich zweimal traf man sich in derselben Kurve zum Lackaustausch. Hofer belegte im Ziel erstmals mit Rang 3 einen Podestplatz vor Leopold Unger, Charly Habenbacher und Leon Unger folgten dahinter.

In der Meisterschaft scheint derzeit alles für Schober zu laufen, aber noch sind sechs Rennen zu fahren.

Classica Trophy:
Die Solowertung holte sich die in Graz lebende Deutsche Astrid Witzany, Ford Mustang vor dem Abtenauer Hois Russegger, Porsche 944 und dem Niederösterreicher Martin Tischler, Renault.

Bei der Teamwertung gab es diesmal andere Sieger, da die Stoppuhr der Seriensieger Margreiter/Aistleitner den Dienst versagt hatte. Gewonnen haben die Grazer Wilfried Lind / Wolfgang Ringwald, Porsche 944 vor den Niederösterreichern Günter Ledl / Vivien Ledl, Ledl RS und den Salzburgern Herbert Margreiter / Konnie Aistleitner, Alfa Romeo GTV.

Pünktlich um 16.30 war das 5. Rennwochenende beendet. Die nächsten historischen Rennen finden von 11. bis 13. August 2017 am Slovakiaring statt.