Entscheidung Schiedsgericht Pledl vs Weißengruber Anhang K Red Bull Ring

Tagung und Entscheidung Histo Cup Schiedsgericht vom 4. September 2017

Untersucht wurde der Vorfall Manfred Pledl gegen Alfred Weißengruber im zweiten Rennen „Histo Cup K“ von Sonntagnachmittag.

Als Mittel zur Beurteilung wurden die Videomitschnitte des Livestreams, der Rennleitung und die beiden Onboardkameras von Manfred Pledl herangezogen.

Im Gespräch mit der Rennleitung dokumentierte Manfred Pledl auch, dass er den Konkurrenten hinter ihm wahrgenommen hat und auch nicht so einfach vorbeilassen wollte. Dies dokumentierte er auch auf seiner Facebookseite, Zitat: „…natürlich wollte ich ihn nicht einfach vorbeilassen, er glaubt ja nicht, dass er einen 840kg Escort ausbremsen kann…“

Alfred Weißengruber sah rechts eine Lücke, weil sich die Fahrer vor ihm nicht ganz einig waren. Diese Lücke war vorhanden, aber sehr klein und vor allem mit nahezu keinem Abstand mehr zum Fahrbahnrand.

Die Fahrzeuge befanden sich im Augenblick des Unfalles noch auf der Geraden und vor allem noch vor der Bremszone. Pledl versuchte den vor bzw. neben ihm fahrenden Ford Escort (rot) zu überholen, Weissengruber seinerseits versuchte zeitgleich Pledl zu überholen. Da Pledl auch leicht nach rechts zog und Weissengruber nicht auf die Wiese ausweichen wollte oder konnte, kam es zu einer minimalen Berührung die jedoch ausreichte den Escort von Pledl aus dem Gleichgewicht zu bringen, die Vorderachse wurde dadurch belastet und das Heck kam zwangsweise zum Ausbrechen mit schlimmen Folgen für den Fahrer und Fahrzeug.

Fakt ist, dass der hintere Fahrer (Weißengruber) den Unfall verhindern hätte können, indem er etwas Gas weggenommen hätte. Dies würde der notwendigen Vorsicht und Respekt entsprechen. Zumal man am Anfang des Rennens war und es für ein großes und stärkeres Auto leichter ist, „sicher“ zu überholen.

Pledl hat aus unserer Sicht eigentlich nichts falsch gemacht, er darf einmal die Spur wechseln und der Hintere muss damit „leben“. Daher ist an diesem Unfall der hintere Fahrer (Weissengruber) hauptverantwortlich.

Das Schiedsgericht kommt daher zu folgendem Schluss:

Die Fahrweise war sehr ehrgeizig und motiviert. Es gilt jedoch immer mit dem nötigen Respekt vor dem Gegner Rennen zu fahren und derartige Vorfälle zu verhindern. Dies hätte nur mit ein wenig Gas wegnehmen getan werden müssen.

Die Aktion war mit Sicherheit keine vorsätzliche, aber es lag an Weißengruber die Kollision zu verhindern. Daher werden dem Fahrer Alfred Weißengruber die Punkte des zweiten Rennens aberkannt und er erhält eine bedingte Sperre für 2 Rennen.

Damit wird die Titelentscheidung nicht durch den Unfall beeinflusst. Es tut uns allen sehr leid, dass es im historischen Motorsport zu solchen Unfällen kommt, aber man muss auch bedenken, dass es „Rennsport auf Geschwindigkeit“ ist und bleibt.

Der Fahrer Manfred Pledl wird ermahnt keine unqualifizierten und ehrenbeleidigenden Postings im Internet zu machen. Der „Shitstorm“ nachher – vor allem in den Social Medias – ist für den Histo Cup nicht akzeptabel.

Wir fordern daher Herrn Pledl auf die nicht richtigen Kommentare aus seinem Facebook zu löschen bzw. richtig zu stellen.

Weiters ist festzuhalten, dass der Leitschienenschaden rund EUR 4.500,00 ausmacht und dieser zur Gänze dem Histo Cup verrechnet wird.

Schiedsgericht Histo Cup: Christian Schallenberg, George Komaretho, Kurt Ploier

Entscheidung vom Schiedsgericht zur Kenntnis genommen und umgesetzt:

Harald Lehner, Rennleiter
Michael Steffny, Promotor